Entlarvt: Mythen & Gerüchte rund um unser Wasser

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Es ist der 22. März und damit auch der Weltwassertag. Ins Leben gerufen wurde dieser Tag 1993 von der UNESCO und wird seit 2003 von der UN-Water organisiert. Dieses Jahr lautet das Motto „Wasser und Klimaschutz“. Ziel ist es: „insbesondere die breite Öffentlichkeit auf die globalen Zielsetzungen und lokale Bedeutung sowie auf die Herausforderungen der Umsetzung dieser Ziele aufmerksam zu machen“ (Zitat Quelle BMU https://www.bmu.de/themen/wasser-abfall boden/binnengewaesser/gewaesserschutzpolitik/international/weltwassertag-am-22-maerz-2020/ )

Wasser wird nicht ver-, sondern gebraucht. Das ist ein großer Unterschied. Daher ist der richtige Umgang mit der lebensnotwendigen Ressource so wichtig. Ich selbst arbeite als Ingenieurin in der Siedlungswasserwirtschaft und möchte am Weltwassertag mit einigen Gerüchten und Mythen rund um das Wasser aufräumen. Vielleicht folgt ihr mir bereits auf Instagram, denn hier habe ich auf meinem Kanal @aannkahrinn bereits im letzten Jahr zusammen mit SodaStream zu diversen Themen rund ums Wasser einige Videos gedreht.

Wie können wir beim Thema Wasser etwas zum Klimaschutz beitragen? Ganz einfach - Leitungswasser trinken statt abgefülltes Wasser zu kaufen. Wir haben den Luxus, dass Leitungswasser in Deutschland Trinkwasserqualität hat. Leider ist das nicht überall auf der Welt so, daher sollten wir es umso mehr schätzen. Leitungswasser unterliegt in Deutschland sehr strengen Gesetzen und Verordnungen. Es ist das am besten kontrollierteste Lebensmittel überhaupt. Die Grenzwerte in der Trinkwasserverordnung sind teilweise sogar strenger als die der Mineral- und Tafelwasserverordnung. Weiterhin wird das Trinkwasser nicht nur an der Quelle und in den Wasserwerken kontrolliert, sondern auch auf dem Weg zu uns in die Leitungen im Netz.

Auch beim Thema Mineralstoffe braucht sich Leitungswasser nicht verstecken. Fairerweise muss man sagen, dass es nicht das EINE Wasser gibt. Es gibt weder DAS Leitungswasser noch DAS Mineralwasser, die Zusammensetzungen und Werte sind regional unterschiedlich. Viele Menschen glauben, dass in Leitungswasser keine oder deutlich weniger Mineralstoffe stecken als in Gekauftem, aber das stimmt nicht. Hier lohnt sich ein Blick auf die Homepage des jeweiligen Wasserversorgers. Ein Vergleich bei mir in Berlin hat sogar gezeigt, dass das Leitungswasser mehr Mineralstoffe besitzt als abgefülltes Mineralwasser aus der gleichen Region.

Doch wofür brauchen wir die Mineralstoffe eigentlich? Sie sind lebenswichtige Bausteine beispielsweise für Knochen, Zähne und Muskeln und diverse Stoffwechselreaktionen. Den Großteil der Mineralstoffe nehmen wir zwar nicht über das Wasser, sondern über die Nahrung auf, aber mineralstoffreiches Wasser unterstützt natürlich in Kombination mit einer ausgeglichenen Ernährung den Körper und seine Funktionen. Weiterhin bestimmen die Mineralstoffe maßgeblich den Geschmack des Wassers. Als ich im vergangenen Sommer zusammen mit SodaStream einen Blindtest auf Sylt durchgeführt habe, waren die wenigsten befragten Tester in der Lage, Mineralwasser und Leitungswasser auseinander zu halten.

Video: https://www.youtube.com/watch?v=2wq2-9Un8CY

Und wo wir gerade beim Thema Mineralstoffe sind, können wir auch gleich über das Thema Wasserhärte sprechen. Hartes Wasser wird auch gern als kalkhaltig bezeichnet. Die Härte des Wassers ist aber nicht nur von Kalk - also Calciumcarbonat - abhängig, sondern auch von Magnesiumverbindungen. Je höher der Anteil an Mineralien ist, desto härter ist das Wasser. Dies wird in „deutsche Härtegraden“ kurz °dH gemessen und in verschiedene Bereiche gegliedert.

Leider werden Kalk viele negative Eigenschaften in Bezug auf die Gesundheit zugeschrieben. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall, denn Calcium ist für den Menschen ein lebenswichtiger Mineralstoff. Er unterstützt beispielsweise die Muskelarbeit und Knochenbildung in unserem Körper.

Kalk ärgert zwar die Düse vom SodaStream oder anderen Geräten, die mit Wasser in Kontakt kommen, aber das ist in den meisten Fällen ein rein kosmetisches Problem und kann mit Essig oder Zitronensäure leicht behoben werden. Schädlich für die Gesundheit ist Kalk im Leitungswasser aber definitiv nicht. Entgegen der weit verbreiteten Annahme führt die Aufnahme von Kalk über das Wasser auch nicht zu einer Verkalkung der Herzkranzgefäße.

Auskunft über die Wasserhärte bekommt ihr, meist online, bei dem jeweiligen Versorgungsunternehmen eurer Stadt. Diese solltet ihr unbedingt kennen, denn danach richtet sich auch die Dosierung von Wasch- und Reinigungsmitteln in Wasch- und Spülmaschine. Denn auch eine richtige Dosierung schont die Umwelt.

In diesem Sinne - sprudelt euch ein Glas Leitungswasser in eurem SodaStream auf, freut euch, dass ihr so einfach etwas für die Umwelt tun könnt und informiert euch doch einfach mal bei euren Versorgungsunternehmen über euer Leitungswasser.

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